< Anhörung zum Bericht „Zukunft der gymnasialen Maturität“
05.09.2019

Sind Gymnasien knabenfeindlich?


Ein Zürcher Anwalt hat Rekurs bei der Bildungsdirektion eingereicht, nachdem sein Sohn an der Kantonsschule Hottingen nicht promoviert wurde. Es gehe ihm, sagt er in der NZZ am Sonntag, ums Prinzip: Am Gymnasium würden die Knaben systematisch diskriminiert. Er sieht einen Verstoss gegen die Verfassung und die Europäische Menschenrechtskonvention. Als Beweis führt der Anwalt die Statistik ins Feld: Bei der Aufnahme ans Gymnasium beträgt der Knabenanteil in Zürich 46 Prozent, an der Matura sind es noch 43 Prozent. Schweizweit stehen 2016 25 Prozent Maturandinnen 17,5 Prozent Maturanden gegenüber. Für den Anwalt haben Fächer, in denen Mädchen besser sind, einen zu hohen Stellenwert. Zudem seien die Gymnasien zu stark auf Fleiss, Anpassung und Genauigkeit ausgerichtet. Die hormonelle Entwicklung der Jungen müsse stärker berücksichtigt oder mittels Nachteilsausgleich kompensiert werden.
 
Donzé, René: Klage: Gymis sind knabenfeindlich. NZZaS. 31.8.2018