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13.06.2017

Positionspapier des VSG zur Berufs- und Laufbahnorientierung


Die allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe II beschäftigen sich schon heute kontinuierlich mit der Berufs- und Laufbahnorientierung ihrer Schülerinnen und Schüler. Am Gymnasium treffen die Schülerinnen und Schüler mehrere Entscheidungen, so beispielsweise die Wahl des Schwerpunkts- und des Ergänzungsfachs. Einige von ihnen müssen sich überhaupt der Frage stellen, ob ihr Entscheid für das Gymnasium richtig war oder ob sie sich umorientieren müssen. Bei der FMS haben die Schülerinnen und Schüler schon vor dem Eintritt eine erste Entscheidung getroffen bei der Wahl der Richtung (Gesundheit, Soziales, …). Danach entscheiden sie, ob sie nach dem Diplom auch noch die Fachmaturität erwerben wollen. Und um einen passenden Praktikumsplatz zu bekommen, müssen sie ihren zukünftigen Beruf bereits im Blick haben. Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich schliesslich für ihren weiteren Berufs- oder Ausbildungsweg nach dem Diplom oder der Maturität entscheiden. Es ist unabdingbar, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler selbst für seinen Weg entscheidet, doch sehr oft fehlen ihnen die Mittel und Werkzeuge dafür.

Forderungen des VSG

  • Unterstützung: Die Jugendlichen müssen in ihren Überlegungen und bei ihrem Vorgehen unterstützt werden. Notwendig ist eine Zusammenarbeit zwischen der Schülerin oder dem Schüler, den Eltern, der Berufsberatung, den Lehrpersonen und den Abnehmerschulen. Der VSG erwartet eine Verbesserung der Situation durch die Umsetzung des Teilprojekts 4 der EDK (Projekt gymnasiale Matur: langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs für Inhaber der gymnasialen Maturität). Der VSG erhofft sich daraus auch einen positiven Einfluss auf die Situation an den Fachmaturitätsschulen.
  • Langzeitwirkung: Die Berufs- und Laufbahnorientierung ist ein langdauernder Prozess und muss daher in der Sekundarstufe II sämtliche Jahre der Ausbildung umfassen. Im letzten Jahr vor der Matur müssen die Anstrengungen intensiviert werden, doch der Prozess muss bereits zu Beginn der Ausbildung initiiert werden.
  • Übergang von Sekundarstufe I zu II: Die Schulen beider Stufen müssen gemeinsam die Jugendlichen und ihre Eltern über die wichtigsten Aspekte der Ausbildung informieren, damit sie auf der Basis von präzisen und zutreffenden Informationen über den weiteren Weg entscheiden können.
  • Übergang Sekundarstufe II – Universität: Die Schulen der Sekundarstufe II müssen mit Unterstützung durch den Kanton ihren Kontakt mit den Hochschulen intensivieren. Dies kann beispielsweise geschehen, indem Universitätsdozierende eine Matur- oder Vertiefungsarbeit begleiten, durch ein Weiterbildungs-Sabbatical der Lehrperson an der Hochschule oder durch den Einsatz von Dozierenden der Hochschulen als Experten bei den Maturaprüfungen. Das Teilprojekt 3 sollte hier einiges an Unterstützung liefern können.
  • Weiterbildungsangebot für die Klassenlehrpersonen und genügend Ressourcen: Die Klassenlehrpersonen müssen sich durch Weiterbildung auf dem Laufenden halten können, welche neuen Möglichkeiten in der Berufs- und Studienorientierung für die Schülerinnen und Schüler bestehen. Die Lehrpersonen sind für diese Aufgabe zu entlasten, damit der Prozess bei optimalen Rahmenbedingungen für die Jugendlichen, ihre Eltern und ihre Lehrpersonen ablaufen kann. Der VSG unterstützt daher die Forderung, dass mindestens eine Lektion mit der Klassenlehrperson für Studien- und Laufbahnberatung in den Stundenplan der Jugendlichen aufgenommen wird.