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12.03.2019

Zürich – Schwierigere Gymiprüfungen


Derzeit finden in Zürich die Aufnahmeprüfungen ans Gymnasium statt. Die Chancen, diese Hürde zu schaffen, sinken von Jahr zu Jahr. Betrug die Erfolgschance am Langzeitgymnasium im Jahr 2010 noch 56 Prozent, waren es 2018 noch 52 Prozent. Besonders schwierig es geworden, ins Kurzzeitgymnasium zu kommen. Dort ist die Erfolgsquote im gleichen Zeitraum von 56 auf 41 Prozent gesunken. Für immer mehr Kinder und Jugendliche wird die Prüfung zur Enttäuschung. Die Schuldigen sind bei der NZZ schnell gefunden: Es sind die angeblich pushenden Eltern. Das Problem liege in der steigenden Zahl der Anmeldungen. Das Gymnasium sei für viele ein Statussymbol. Davon, dass die Eltern ihre Kinder auf die steigenden Anforderungen der Zukunft vorbereiten möchten, ist in dem Artikel nicht die Rede. Auch nicht davon, dass die Vorbereitung mit Lernstudios mittlerweile den Normalfall darstellt. Dass junge Lehrpersonen von erfahrenen BerufskollegInnen instruiert werden, auf einen bestimmten Schnitt hin zu korrigieren, um die Quote tief zu halten. Und dass die Prüfungsaufgaben schwieriger gemacht wurden, um dank weniger SchülerInnen am Langzeitgymnasium Kosten zu sparen.

Pfändler, Nils: Das Nadelöhr vor dem Gymnasium. NZZ. 12.3.2019