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13.07.2010

"Minimum 4 Jahre" auf der langen Bank

Die EDK will die ringsum anerkannte Forderung, das Gymnasium müsse mindestens vier Jahre dauern, auf die lange Bank schieben.

Wider besseres Wissen

„Die Dauer der gymnasialen Maturität wird auch ein Thema sein, aber erst in einer zweiten Phase“, schreibt die EDK in éducation No 2 2010 *) auf Grund der Beschlüsse der EDK-Plenarversammlung vom 17. Juni. Was Gymnasialrektorenkonferenz und VSG, MAR-Revisionsgruppe 2007, PGYM, SMAK und SMK empfehlen, was zudem aus EVAMAR II deutlich wird, dass nämlich eine minimale Unterrichtsdauer eine wesentliche Voraussetzung für gute Qualität ist, schlägt die Politik in den Wind!

Die Schule ist kein Perpetuum mobile

Hingegen steht nach der Absicht der EDK im Vordergrund „die Ziele des Gymnasiums verbindlicher und vergleichbarer zu machen.“ – Gleicher Output bei ungleichem (Maturandenquote usw.) Input? Dieses Wunder kann die Schule nicht vollbringen! Der VSG befürchtet, dass die verbindlicheren Ziele so formuliert wurden, dass standardisiert gemessen werden kann. Wer weniger Zeit hat, wird dann einfach weglassen, was nicht getestet werden kann: Quo vadis Allgemeinbildung?

Stabwechsel im Zentralvorstand

Mit dieser Nummer verabschiedet sich Hans Peter Dreyer, Präsident seit 2005, von der Spitze des VSG. Er freut sich, dass eine verjüngte Crew unter der Leitung von David Wintgens, Neuchâtel, und Gisela  Meyer Stüssi, Bern, bereit ist, das Vereinsschiff über die Jubiläumsaktivitäten hinaus in eine Zukunft zu führen.

An Herausforderungen für die allgemeinbildenden Schulen und ihre Lehrerinnen und Lehrer wird es nicht fehlen. Gymnasium und Fachmittelschulen besitzen zwar einen gesamtschweizerischen Rahmen, sind aber dem ausgeprägten Föderalismus unterstellt und damit den oft willkürlichen Entscheiden kantonaler Instanzen ausgesetzt. 

*) http://edudoc.ch/record/38707/files/education_d.pdf

  • Neues vom VSG [PDF]