70 % mit Maturität im Jahr 2030?
Die Schweizerischen Akademien veröffentlichen ein Weissbuch mit interessanten, aber diskutablen Visionen zur Bildung im Jahr 2030.
Die vier wissenschaftlichen Akademien
Die Schweizerische Akademie der Geisteswissenschaften SAGW, der Naturwissenschaften SCNAT, der Technischen Wissenschaften SATW und der Medizinischen Wissenschaften SAMW haben gemeinsam ein Weissbuch herausgegeben. Es ist von einer Arbeitsgruppe um Walther Ch. Zimmerli, Professor für Philosophie und ehemals Präsident der Privatuniversität Witten/Herdecke, verfasst worden.
„Zukunft Bildung Schweiz“ – Vision samt Roadmap
Neben einer kritischen Bestandesaufnahme - in einem NZZ-Interview bezeichnete Zimmerli das duale Bildungssystem als „Auslaufmodell“ – skizziert das Weissbuch eine Vision der Wissensgesellschaft von 2030. Der Bericht prognostiziert, dass 70 % der Bevölkerung einen Abschluss im Tertiärbereich brauche und verlangt dementsprechende Änderungen auf der Sekundarstufe II.
Der VSG begrüsst die Gesamtschau und äussert Bedenken
Der VSG begrüsst in seiner Medienmitteilung die Gesamtschau des Bildungswesens, besonders auch die Aussagen zur Begabtenförderung und zur zentralen Rolle der Lehrer.
Hingegen ist der VSG strikt gegen Eintrittsprüfungen für gymnasiale Maturandinnen und Maturanden an den Universitäten. Ebenso sollen auch in Zukunft die Fachmatur und die Berufsmatur prüfungsfreien Zugang zu den entsprechenden Fachhochschulen ermöglichen. Wenn einmal gesamtschweizerisch die drei Maturitätsarten 20 % + 10 % + 20 % ausmachen, wird wohl eine Qualitätsgrenze erreicht sein. Der VSG will in der Schweiz keine Highschool.
