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02.09.2009

Zum Weissbuch "Zukunft Bildung Schweiz"

Der VSG begrüsst die Gesamtschau im Weissbuch der Akademien der Wissenschaften, bedauert aber irreführende Informationen und befürchtet, dass es unrealistische Hoffnungen weckt.

Keine generellen Zugangsprüfungen zu den Hochschulen
Der VSG begrüsst die Aussagen im Weissbuch zur Begabtenförderung und zum lebens­langen Lernen, erachtet jedoch Formulierungen über Zugangsprüfungen als irreführend. Die Hoch­schullandschaft umfasst die Fachhochschulen, die pädagogischen und die universi­tären Hochschulen. Berufsmatur, Fachmatur und gymnasiale Matur erlauben je den prüfungs­freien Zugang zu den entsprechenden Hochschulen. Nur beim Wechsel zwischen den verschied­enen Zweigen gibt es - zu Recht – Zusatzleistungen und Prüfungen.
Wenn hingegen  70 % der Jugendlichen eines Jahrgangs eine der drei Maturitäten erreichen sollten, wie das Weissbuch vorschlägt, dann müssten das bisherige System aufgegeben und für alle Hochschulen neue Aufnahmeregelungen eingeführt werden. Der VSG hält unsere duale Bildungsorganisation für effizienter als beispielsweise das französische System und ist entschieden dagegen, aus dem Gymnasium eine Highschool zumachen.

Revision des Anerkennungsreglements für gymnasiale Maturitäten – MINT-Fächer
Die Road Map der Akademien verlangt die Anpassung des MAR bis 2012, wobei die MINT-Fächer Pflicht werden sollen. Mathematik und die drei Naturwissen­schaften sind bereits obligatorisch und die EVAMAR-Studien liefern keine Argumente für die Forderung, im Gymnasium die Fächer Informatik und Technik obligatorisch zu erklären. Der VSG ist der Ansicht, im MINT-Bereich liessen sich substantiellen Verbesserungen ohne Reglements-Revision verwirklichen.

Unterrichtsqualität - Wettbewerbsfähige Bezahlung und soziale Wertschätzung
Der VSG glaubt nicht, dass dank „Blended Learning“ alle Jugendlichen spielend lernen werden, sondern dass die Qualität des Bildungswesens auch in Zukunft und auf allen Stufen stark von der Qualität der Lehrpersonen abhängen wird. Der VSG begrüsst in diesem Zusammenhang die Forderung des Weissbuchs nach „wettbewerbs­fähiger Bezahlung und sozialer Wertschätzung“. In einer Zeit, in der sich allgemein ein Lehrermangel abzeichnet und speziell Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik rar sind, ist es unverständlich, dass verschiedene Kantonen (VD, NE, VS usw.) die Anstellungsbedingungen an Gymnasien massiv verschlechtern.

Medienmitteilung als PDF-Datei